In Großbritannien treffen Lohnplus und Kostendruck gleichzeitig aufeinander

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Großbritannien hebt den Mindestlohn für Millionen Beschäftigte an, doch der Druck auf Handel und Immobilienbranche zeigt, dass die Kostenkrise nicht vorbei ist. Filialschließungen bei Topps Tiles, der Streit um Rightmove-Gebühren und mögliche einkommensabhängige Energiehilfen verdeutlichen die Belastung für Unternehmen und Haushalte. Öl fiel kurzzeitig unter 100 US-Dollar und Europas Börsen legten zu, dennoch bleiben Stellenabbau und Restrukturierung ein Thema.

Großbritannien hat im April den National Living Wage und den National Minimum Wage erhöht, wovon schätzungsweise 2,7 Millionen Beschäftigte profitieren. Das stützt die Haushaltseinkommen, erhöht aber zugleich die Lohnkosten für Unternehmen mit ohnehin angespannten Margen.

Im Einzelhandel ist diese Belastung bereits sichtbar. Topps Tiles kündigte die Schließung von 23 Filialen an; acht Standorte sind bereits geschlossen, die übrigen sollen in den kommenden sechs Monaten folgen.

Auch am Immobilienmarkt nehmen die Spannungen zu. Makler werfen Rightmove in einer Sammelklage überhöhte Gebühren vor, was den wachsenden Widerstand gegen Plattformpreise in einem schwächeren Wohnungsmarkt zeigt.

Finanzministerin Rachel Reeves deutete zudem an, dass künftige Hilfen bei Energierechnungen an das Haushaltseinkommen gekoppelt sein könnten. Die endgültigen Kriterien stehen noch nicht fest, doch der Kurs weist auf gezieltere Unterstützung hin.

An den Märkten sorgte ein zwischenzeitlicher Rückgang des Ölpreises unter 100 US-Dollar nach Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Konflikt für Erleichterung und steigende europäische Aktienkurse. Die tiefen Einschnitte bei Oracle zeigen jedoch, dass Unternehmen weiter hart auf Kostendisziplin setzen.

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