US-Sanktionen erhöhen das geopolitische Risiko, während die Wall Street neue Rekorde erreicht

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Die Märkte balancieren zwei gegensätzliche Kräfte aus: der erneute Druck der US-Sanktionen auf mit China und Kuba verbundene Aktivitäten und die anhaltende Risikobereitschaft bei Aktien, da der Nasdaq und der S&P 500 neue Höchststände erreichten. Washingtons härtere Linie gegenüber dem Ölhandel mit dem Iran und Kuba erhöht die externe Unsicherheit für Asien, auch wenn US-Aktien Widerstandsfähigkeit signalisieren. Aufgrund dieser Kombination müssen Anleger abwägen, ob die Geopolitik das in den Vermögenspreisen verankerte Wachstum und den politischen Optimismus in Frage stellen wird.

Die wichtigste makroökonomische Erkenntnis ist, dass das geopolitische Risiko gerade dann wieder zunimmt, wenn die globalen Märkte in der Nähe von Rekordhochs notieren. Für Asien führt dies zu einer vertrauten Spannung zwischen der robusten Risikostimmung und der Möglichkeit erneuter Handels-, Energie- und politischer Störungen aufgrund außenpolitischer Maßnahmen der USA.

In Washington weiteten die USA die Sanktionen gegen Akteure im Zusammenhang mit dem iranischen Erdölhandel aus, darunter einen in China ansässigen Ölterminalbetreiber und einen chinesischen Staatsbürger, und weiteten gleichzeitig die Sanktionen gegen Kuba auf ausländische Firmen und Finanzinstitute aus. Chinas UN-Gesandter antwortete, indem er den USA Zwangsverhalten vorwarf und betonte, dass Sanktionen einen immer größeren Teil des bilateralen und multilateralen Hintergrunds einnehmen.

Das ist für Asien von Bedeutung, denn eine strengere Durchsetzung der mit dem Iran verbundenen Ölströme kann sich auf die Schifffahrt, die Energiebeschaffung und breitere Handelskanäle, an denen chinesische Unternehmen beteiligt sind, auswirken. Jede Störung der Rohölversorgungswege oder Zahlungsnetzwerke würde von importabhängigen asiatischen Volkswirtschaften, die bereits empfindlich auf die Volatilität der Rohstoffpreise reagieren, genau beobachtet werden.

Gleichzeitig verstärkten die Äußerungen von Präsident Donald Trump, dass er mit dem jüngsten Iran-Vorschlag nicht zufrieden sei, das Gefühl, dass die Spannungen im Nahen Osten weiterhin ungelöst seien. Unabhängig davon deutet die gemeldete Anordnung des Pentagons, etwa 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen, auf eine weitere Verschiebung der Sicherheitslage der USA hin und verstärkt die Unsicherheit über Washingtons externe Verpflichtungen.

Vor diesem Hintergrund blieben die US-Aktienmärkte stabil, wobei der Nasdaq und der S&P 500 neue Rekordhochs verzeichneten, während Technologieaktien zulegten. Diese Stärke deutet darauf hin, dass die Anleger den Gewinn-, Liquiditäts- und Wachstumserwartungen immer noch Vorrang vor unmittelbaren geopolitischen Bedenken geben.

Für Asien ist die entscheidende Frage, wie lange diese Divergenz anhalten kann. Wenn die Eskalation der Sanktionen zu höheren Energiekosten, strengeren Finanzierungsbedingungen oder einem schwächeren Handelsvertrauen führt, könnte das Ergebnis das regionale Wachstum weniger unterstützen, schwierigere Kompromisse bei der Inflation eingehen und zu einer vorsichtigeren Politik und einem vorsichtigeren Marktausblick führen.

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