Die wichtigste makroökonomische Erkenntnis ist, dass der Iran-Konflikt nicht mehr nur eine regionale Sicherheitsgeschichte ist; Über Energie-, Schifffahrts- und politische Kanäle wird es zu einem globalen Inflations- und Wachstumsrisiko. Das ist für China wichtig, denn jede nachhaltige Störung der Ölströme oder Transportrouten würde die Inputkosten erhöhen und eine ohnehin ungleichmäßige globale Erholung erschweren.
Der unmittelbarste Druckpunkt ist die Energie. Nachdem Berichten zufolge iranische Gasanlagen im Golf angegriffen worden waren, sagte Teheran, es könne Energieanlagen in ganz Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar ins Visier nehmen, was dazu beitragen würde, die Ölpreise in die Höhe zu treiben und die Befürchtungen hinsichtlich der Versorgungssicherheit im Golf zu verstärken.
Gleichzeitig kämpft Washington darum, eine breitere Koalitionsreaktion aufzubauen. Berichten zufolge lehnte Europa die Aufrufe der USA ab, die Bemühungen gegen den Iran zu bündeln und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus beizutragen, und verdeutlichte damit die politischen Grenzen einer koordinierten Intervention, auch wenn die Wasserstraße nach wie vor von zentraler Bedeutung für den globalen Energiehandel ist.
Auch US-Beamte signalisieren, dass der Konflikt weiterhin gefährlich und ungelöst sei. Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard sagte, die iranische Regierung scheine trotz ihrer Degradierung intakt zu sein und Teheran und seine Stellvertreter seien immer noch in der Lage, Interessen der USA und ihrer Verbündeten in der Region anzugreifen, wodurch das geopolitische Risiko erhöht bleibe.
Vor diesem Hintergrund ließ die Federal Reserve die Zinssätze trotz des Drucks von Präsident Donald Trump unverändert und verwies auf die unsicheren Aussichten, da die Inflation weiterhin hartnäckig sei und die Nachfrage nach Arbeitskräften nachlasse. Trumps vorübergehende Aussetzung des Jones Act, um ausländische Schiffe zwischen US-amerikanischen Häfen zuzulassen, zeigt, dass die Regierung auch versucht, den Treibstoffkostendruck im eigenen Land einzudämmen, da der Krieg die Energielogistik zusätzlich belastet.
Eine separate Entscheidung Pakistans, die Angriffe auf Afghanistan vor dem Eid-Fest auf Ersuchen Saudi-Arabiens, Katars und der Türkei auszusetzen, deutet auf umfassendere regionale Bemühungen hin, eine weitere Destabilisierung zu verhindern. Was Wachstum, Inflation, Politik und Märkte betrifft, ist die Botschaft klar: Wenn die Spannungen am Golf anhalten, könnten höhere Energiekosten und Transportunsicherheiten die Verbraucher unter Druck setzen, die Zentralbanken vorsichtig machen und eine weitere Ebene der Volatilität für exportabhängige Volkswirtschaften, einschließlich China, hinzufügen.