Ölrückgang stützt Südkoreas Märkte

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Südkoreas Märkte haben sich am 17. März erholt, nachdem niedrigere Ölpreise Aktien Auftrieb gaben und dem Won nach dem Fall auf ein 17-Jahres-Tief eine Gegenbewegung ermöglichten. Damit ließ der unmittelbare Druck auf Inflation und Währung nach, doch die Behörden betonten weiterhin fiskalische Wachsamkeit und eine enge Beobachtung der Marktvolatilität. Neue Exportdaten unterstrichen zugleich die anhaltende Stärke des Landes bei Halbleitern und anderen Spezialprodukten.

Südkorea bekam kurzfristig makroökonomisch Luft, als niedrigere Ölpreise die heimischen Märkte stützten und den unmittelbaren Druck auf Inflation und Währung minderten. Die Aktien in Seoul legten den zweiten Handelstag in Folge zu und schlossen dank einer von Technologiewerten getragenen Rally 1,63% höher. Der Won machte gegenüber dem Dollar ebenfalls Boden gut, nachdem er auf den schwächsten Stand seit 17 Jahren gefallen war.

Von Entwarnung wollten die Währungshüter dennoch nicht sprechen. Ein Mitglied des Führungsgremiums der Bank of Korea sagte, die Schwankungen des Won befänden sich noch nicht in einem kritischen Stadium. Das spricht dafür, dass die Notenbank die aktuelle Marktanspannung für beherrschbar hält, sie aber weiter genau verfolgt.

Auch die Fiskalpolitik rückt stärker in den Vordergrund. Der als Haushaltsminister nominierte Park Hong-keun betonte die Rolle der Fiskalpolitik, da der Druck durch die Ölpreise ein Risikofaktor bleibt. Zugleich nahm die innenpolitische Aktivität zu, nachdem Seouls Bürgermeister Oh Se-hoon erklärt hatte, er werde sich für die Kommunalwahlen bei der regierenden People Power Party registrieren lassen.

Die Handelsdaten erinnerten zugleich an die strukturellen Stärken des Landes. Einem Bericht zufolge lag Südkorea bei 81 Produkten weltweit auf Platz 1 bei den Exporten, darunter Speicherchips und Solid-State-Drives. Das unterstreicht die zentrale Bedeutung der Hightech-Industrie für Wachstum und Marktstimmung.

Diese Widerstandskraft steht jedoch weiterhin klaren externen Risiken gegenüber. Südkoreas Verteidigungschef versprach entschlossene Einsatzbereitschaft mit Blick auf mögliche Folgen des Konflikts im Nahen Osten, und ein erneuter Anstieg der Ölpreise würde rasch auf Importkosten, Inflationserwartungen und den Wechselkurs durchschlagen. Für Wachstum, Wirtschaftspolitik und Märkte ist die Botschaft daher eher eine kurzfristige Entlastung als ein grundlegender Neustart.

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