Fragen zum Gesundheitszustand und Aufenthaltsort von Irans neuem obersten Führer haben der ohnehin fragilen Lage eine weitere politische Unsicherheit hinzugefügt. Wenn Nachfolge und Befehlskette schwer einschätzbar sind, preisen Energiemärkte meist mehr Extremrisiko ein.
Die Insel Kharg ist zentral, weil über sie der Großteil der iranischen Rohölexporte läuft. Eine glaubhafte Bedrohung dieses Drehkreuzes würde nicht nur die Mengen betreffen, sondern auch Tankerrouten, Versicherungspreise und Frachtkosten.
Dass Pakistan Saudi-Arabien im Fall eines Angriffs auf Golfstaaten unterstützen will, deutet darauf hin, dass mehr regionale Akteure in den Konflikt hineingezogen werden könnten. Die in Sri Lanka gestrandeten iranischen Seeleute zeigen zudem, dass Sanktionsdruck und Sicherheitsrisiken bereits den normalen Seeverkehr beeinträchtigen.
Für China ist Energie der direkteste Übertragungskanal. Als großer Rohölimporteur ist das Land anfällig für Preissprünge, Transportverzögerungen und strengere Bedingungen im Golfverkehr.
Weitere Meldungen, darunter Entwicklungen im US-Wahlkampf und der erneute Vermögensanstieg von Elon Musk, zeigen, wie sich Kapital trotz steigender geopolitischer Risiken weiter konzentriert. Für Peking ist entscheidend, die Energiesicherheit zu stärken und externe Schocks bei Handel und Preisen abzufedern.