OECD Hourly Earnings Index (Index (2015=100)) OECD
2026/01 / Monthly / Release lag 47d
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Über den OECD-Stundenarbeitslohnindex
# Über den OECD-Stundenarbeitslohnindex
Der OECD-Stundenarbeitslohnindex ist ein Wirtschaftsindikator, der die Veränderung des realen Stundenarbeitslohnniveaus von Arbeitern in den OECD-Mitgliedstaaten misst. Er wird in Indexform mit 2015 als Basisjahr (100) ausgedrückt und bietet internationale Vergleichbarkeit der Lohntrends in den einzelnen Ländern. Dieser Indikator spiegelt reale Werte wider, die durch Anpassung der Nominallöhne um die Inflationsrate ermittelt werden, und kann somit die tatsächliche Veränderung der Kaufkraft der Arbeitnehmer erfassen.
Dieser Indikator ist aus mehreren Gründen wichtig. Erstens fungiert er als der direkteste Indikator für die Gesundheit des Arbeitsmarktes. Die Entwicklung des Lohnniveaus spiegelt die Qualität der Schaffung von Arbeitsplätzen und Verbesserungen der Arbeitsproduktivität wider und ist ein Anhaltspunkt dafür, ob das Wirtschaftswachstum insgesamt an die Arbeitnehmer weitergegeben wird. Zweitens ist es ein wichtiger Indikator bei der Bewertung der Auswirkungen der Geldpolitik und der Fiskalpolitik. Bei der Ausarbeitung von Wirtschaftsprognosen durch die Zentralbanken und die OECD selbst sind Lohntrends unverzichtbar für die Risikobewertung von Lohninflation und Stagflation.
Als allgemeine Tendenz wird eine Verlangsamung der langfristigen realen Lohnwachstumsraten in den entwickelten Ländern insgesamt beobachtet. Besonders nach der Finanzkrise 2008 ist in vielen OECD-Mitgliedstaaten eine anhaltende Stagnation der Reallöhne zu verzeichnen, wobei die Lohnsteigerungen nicht mit dem Wachstum der Arbeitsproduktivität Schritt halten. Auch die Unterschiede zwischen Ländern nehmen zu, und es gibt große Unterschiede in der Lohnentwicklung zwischen nordischen Ländern und südeuropäischen Ländern oder im englischsprachigen Raum. Zu beachtende Punkte sind die Entwicklung der Reallöhne in Zeiten hoher Inflation sowie die Beschleunigung der Lohnsteigerungsrate unter angespannten Arbeitsmärkten.